Karten für Alle! - Das Projekt OpenStreetMap
Mit OpenStreetMap entsteht zur Zeit eine frei zugängliche Alternative zu den kommerziellen Kartenanbietern. OpenStreetMap nutzt dabei das "Wiki-Phanömen". Wie bei der freien Enzyklopädie Wikipedia Artikel von Jedermann geschrieben und verändert werden dürfen, darf bei OpenStreetMap jeder das Kartenmaterial entwerfen, gestalten, nutzen und verändern. Viele Menschen tragen also mit kleinen Beiträgen zu einem großen Ganzen bei und schaffen damit die Grundlage für frei zugängliches Kartenmaterial der Welt. Google stellt mit Google Maps und Google Earth zwar kostenfreies Kartenmaterial und Satellitenbilder im Internet zur Verfügung. Jedoch bestehen hier - wie bei physischen Karten auch - Urheberrechte, die eine Weiterverwendung stark einschränkt. Zu den größten Kartenlieferanten für Google sind die kommerziellen Kartenanbieter TeleAtlas und NAVTEQ zu zählen. Erkennen kann man dies an den Copyright-Symbolen in der unteren rechten Ecke wenn man Google Maps in einem Browserfenster öffnet. Dass die Kartenanbieter ein berechtigtes Interesse daran haben, ihr Kartenmaterial nicht frei zur Verfügung zu stellen, liegt auf der Hand.
Über die OpenStreetMap Daten kann frei unter den Bedingungen der Creative Commons Lizenz verfügt werden. Das heißt: Benutzer können das Kartenmaterial für ihre Zwecke weiterverwenden, ändern und vervielfältigen solange OpenStreetMap als Urheber genannt wird und die aus der Weiterverwertung des Kartenmaterials entstandenen neuen Daten auch frei verfügbar sind.
Das Projekt wurde im Jahr 2004 ins Leben gerufen. Da das Projekt seinen Ursprung in Großbritannien hat, findet man zur Zeit dort das am weitesten fortgeschrittene Kartenmaterial. Obwohl OpenStreetMap bis zum Jahr 2006 in Deutschland noch recht unbekannt war, entwickelt sich das Kartenmaterial hierzulande recht schnell. Das Kartenmaterial in Ballungsräumen ist gut bis sehr gut, während es in ländlichen Gegenden noch sehr lückenhaft ist.
