Do

30

Mai

2013

Geocache löst Polizeieinsatz aus – Wer muss zahlen?

Eins vorneweg: Ich bin kein Anwalt und dieser Artikel soll keine Rechtsberatung darstellen. Die Entscheidung fällt das zuständige Gericht und sie ist vom Einzelfall abhängig. Aber ich finde den folgenden Fall ganz interessant.

 

Geocache löst Polizeieinsatz aus

Was war passiert? Ein Owner hatte einen Cache in einem Regenwasserkanalrohr versteckt. Das Rohr war zwar in der Nähe eines Einkaufszentrums und einer Bundesstraße aber scheinbar an einer Stelle wo sonst keiner hinkommt. Der Owner schien sehr kreativ gewesen zu sein. Jedenfalls wird berichtet, dass der Behälter „mit Drähten und Nägeln befestigt war“ und „LED-Lichter blinkten“ (Kostenlose-Urteile.de). Das war dann wohl auch der Hauptgrund, warum der Behälter bei einer routinemäßigen Inspektion des Rohres als verdächtig eingestuft wurde. Bei dem anschließenden Polizeieinsatz mit Bombenentschärfungsexperten stellte sich der Behälter als harmlos heraus. Das so ein Polizeieinsatz ziemlich teuer werden kann, kann sich jeder vorstellen. Jedenfalls wollte das Land die Kosten des Einsatzes vom Owner erstattet bekommen. Es waren wohl mehrere tausend Euro angefallen. Der Owner klagte gegen den Gebührenbescheid und bekam vor dem Verwaltungsgericht Freiburg recht. Er muss also nicht zahlen. Das Gericht begründete dies damit, dass der Owner nicht davon ausgehen konnte, dass der Behälter von einem Nicht-Geocacher an der Stelle gefunden wird.

 

Was bedeutet das für uns Geocacher?

Grundsätzlich ist es erstmal gut zu wissen, dass Geoacher nicht per se für die Kosten eines Polizeieinsatzes aufkommen müssen. Dieses Urteil darf aber nicht als Freibrief verstanden werden. Das Urteil ist in diesem Fall positiv für den Owner ausgefallen, weil der Cache an einem entlegenen Ort lag und er nicht davon ausgehen konnte, dass der Cache dort von Muggels entdeckt wird. Hätte er den am Berliner Hauptbahnhof versteckt, wäre das Urteil sicherlich anders ausgefallen.

 

Was lernen wir daraus?

Gerade in dieser Zeit, wo Terroranschläge nicht nur in weit entfernten Ländern, sondern (wieder) auch in westlichen Ländern vorkommen (Stichwort: Boston-Marathon, Bonner Hauptbahnhof, Woolwich-Mord), sind die Menschen entsprechend sensibilisiert. Es ist daher nur zu verständlich, dass bei solchen verdächtigen Behältern lieber einmal zu viel die Polizei gerufen wird, anstatt Hand anzulegen. Gänzlich vermeiden lassen sich solche Situationen nicht. Insbesondere dann nicht, wenn es zum Cache dazu gehört, dass er mit LEDs und Drähten ausgestattet ist. Ich will auch an dieser Stelle nicht sagen, dass solche Materialien nicht eingesetzt werden sollten. Das würde die Kreativität und den Spaß an einem interessanten Erlebnis einschränken. Nichstdestototz sollte man als Owner dreimal darüber nachdenken, wo man einen Cache versteckt, wie man ihn versteckt, wie er aussieht und wie er auf Muggels wirkt. Der Behälter sollte gut als Geocache gekennzeichnet sein und idealerweise hat man das Versteck mit dem Eigentümer oder einem Verantwortlichen besprochen. 

Foto: © Hero - Fotolia.com

Autor: Robin Ewers

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